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Ulvön

Der Wind hatte auf West gedreht. Die eine Folge daraus war eine absolute Windstille an unserem nach Osten offenen Übernachtungsplatz, was die dortigen diversen stechenden und beißenden Insekten vermutlich hoch erfreute. Mit Langmut, Gelassenheit und Mückenmittel ist das zu ertragen (wie war das noch, am Meer gibt es die nicht???). Die zweite Folge war, dass sich ein 
Trip Richtung Osten auf die Ulvön anbot.
So schlängelten wir uns um die recht zahlreichen inzwischen meistens sehr schön rotgranitigen Inseln zwischen dem Festland und der Norra Ulvön durch und erreichten schließlich deren Nordspitze. Kurz drumrum erreichten wir Sandviken: ein ehemaliges Fischerdorf, dessen Hüttchen noch im ausnahmsweise nicht rot angestrichenen Originalzustand erhalten wurden und das jetzt als Ferienkolonie dient: die Hüttchen kann man mieten. Ein paar Leute waren denn auch vor Ort und lebten offensichtlich ‚Ferien auf Saltkrokan‘ pur. Am dortigen Kiosk wurde uns vom Koloniechef persönlich allerbeste Pytt i Panna zum Mittagessen gekocht, mit Kaffee und Eis hinterher. Und das bei schönstem Sommerwetter! Nur das Wasser war immer noch ziemlich kalt, so zumindest der Kommentar eines wagemutigen Jungen, der kurz mal ein Bad genommen hatte.
So schön es dort war, war es noch gefühlt zu früh, um über Nacht dort zu bleiben. unser Ziel war auch Ulvöhamn, was sich schön geschützt am engen Sund zwischen nördlicher und südlicher Insel erstreckt und was auch eine gewisse z. b. eine Dusche beinhaltende Infrastruktur bot.
Also los. Gemeinerweise stellte sich nach der ersten schützenden Ecke heraus, dass der 
Ins auf Süd gedreht hatte und meinte, wieder sehr deutlich Wehen zu müssen. Hatte ich erwähnt, dass wir wieder ozeantechnisch ‚äußerste Reihe‘ waren? Es wurde auf jeden Fall anstrengend. Und am Rande des großen Teichs hatten wir natürlich auch sofort nennenswerte Wellen, die uns zwei Stunden lang nicht langweilig werden ließen. Und blöderweise erwis sich nicht einmal der sonst schützende Sund als geschützt, weil es hier direkt durchblies. Mannmannmann, das waren die fünf anstrengendsten Kilometer der Tour, aber schlussendlich wurden wir direkt neben dem Bootsanleger auf ein winziges Stückchen Strand geschwappt und fanden auch gleich ein jugendherbergsartiges Zimmer.
Aber auch hier hatte sich die Anstrengung gelohnt, auch wieder ein sehr schöner Ort. Um einiges kommerzieller zwar als Trysunda (was man schon an mehrheitlich schlecht gelauntem Personal merkte) aber dennoch ein sehenswerter Ort mit putzigen Häuschen und lauschigen Gärten sehr schön um den Naturhafen aufgereiht.

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