Freier Tag in Sligo

Sligo schien ein guter Ort zu sein, um sich einen radelfreien Tag zu gönnen. Und so setzten wir unseren langsamen Roadtrip heute nicht fort, sondern hatten einen Tag zum Verbummeln. Sligo ist ein wirklich schönes Städtchen, wo sich sehr viele der kleinen, schön bunten typischen irischen Läden erhalten konnten.

  
Das Wetter war von unserem Landlord gründlich gecheckt worden. Er versicherte uns, dass – wie für Irland recht üblich – das Wetter zwischen zwei Schauern stets wunderbar sei. Abgesehen von den gefühlt verdammt winterlichen Temperaturen gemixt mit einem sehr deutlichen Westwind bot uns das Wetter tatsächlich hin und wieder sonnige Abschnitte.

Den Vormittag verbrachten wir mit einem kleinen leicht verdaulichen Besichtigungsprogramm. Zunächst wollte ich die Ruinen der Abtei von Sligo anschauen, die wir schnell fanden. Im Vergleich zu ähnlichen Abteien die bei uns sehr gut erhalten wurden sehr ruinös diese hier, aber für irische Verhältnisse wohl sehr viel übrig. Die meisten wurden eher von Bränden oder irgendwelchen Riots komplett weg gepustet.

  
Sligo besitzt auch eine kleine, aber feine Kunstgalerie, die wir nicht nur wegen des sehr netten Cafés aufsuchten. Dort waren einige Bilder der übrigen Yeats-Familie ausgestellt (Sligo ist ja die Heimat von W. B. Yeats), die wohl besser malen als dichten konnten. Prince Charles hat kürzlich dieser Galerie einen Besuch abgestattet um für eine stetige Verbesserung des Verhältnisses der Republik Irland zu Großbritannien zu werben. Wir haben ihn nur um etwa eine Woche verpasst, wie schade!

Nachmittags setzten wir uns dann doch auf die Räder um nach Strandhill an eines der westlichen Enden der Gegend zu radeln. Das wir beim Hinweg heftigen Gegenwind haben würden, war ja klar. Aber dass das so kalt sein würde, dass mir fast die Finger abfielen und dazu plötzlich noch Megaschauer vom Meer hereinwehten, das war so nicht ausgemacht. 

An der Westspitze liegt ein kleiner lokaler Flugplatz, ohne Linienverkehr, im wesentlichen von der Küstenwache genutzt. Aber mit Flughafengebäude und allem Schnick und Schnack: Checkin-Schalter, Mietwagenschalter, ein kleines Café, eine vorzügliche Toilettenanlage, alles offen und Musik an und beheizt, aber – sehr seltsam – kein Mensch zu sehen. Auf jeden Fall retteten wir uns dort vor einem heftigen Schütt-Anfall. Graham erkundete ein wenig die umliegenden Dünen, während ich meine Finger an einer funktionierenden Heizung wiederbelebte.

Der Regen hatte wieder aufgehört, und so konnten wir doch noch ganz nach vorne an den Strand. Heftig, wie die See bei dieser steifen Brise hereinrollte. Sehr schön allerdings die Aussicht auf die umliegenden Landzungen.

  
Der Heimweg war umso spaßiger. Jetzt hatten wir die sechs Windstärken im Kreuz. Hügelauf leicht wie eine Feder, hügelab musste ich dann mal richtig Gas geben. Graham sah mich wohl plötzlich am Horizont verschwinden. Aber ich warte ja immer 😉

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