Autobahn

Wanderung im Jämtlandsfjäll, Tag 5

Über Nacht hatte das Wetter beschlossen, uns zu zeigen, dass es auch etwas anderes als Sommersonne kann. Also keinen Sonnenaufgang mitten in der Nacht abpassen, um zu sehen, ob die Morgensonne den Gletscher von Syltoppen beleuchtet. 
Stattdessen wurde es Regenzeug aus den Tiefen des Rucksacks gekramt und kam endlich auch mal zum Einsatz. Allerdings hörte es just zum Start auf, zu regnen und an der ersten Steigung wurde die Regenjacke wegen besserer thermischer Verhältnisse wieder verstaut.
Der Wanderweg, den wir heute begingen, ist Teil des sogenannten Jämtlands-Dreiecks. Letzteres ist eine sehr populäre Dreitageswanderung zwischen den Fjällstationen Storulvan, Sylarna und  Blåhammaren, unserem heutigen Ziel. Man kann das quasi außer ausgestattet mit einer gedeckten Kreditkarte so gut wie ohne Gepäck machen, auf den Fjällstationen gibt es alles, was man braucht. 
Und das sieht und merkt man auch: zum einen ist der Wanderweg zum Teil bis zu zehn bis fünfzehn Metern breit ausgelatscht. Zum anderen ist man hier nicht wirklich allein. Von Wanderermassen würde ich ja nicht sprechen, aber eine deutlich zweistellige Zahl von Menschen begegneten uns im Laufe dieser Etappe. Sehr beliebt ist diese Strecke auch bei Bergläufern und offensichtlich vor allem bei Bergläuferinnen, also Menschen, die joggenderweise und leicht bepackt durch die Bergwelt rennen. Immer wieder schnauften welche vorbei, manche sogar mit großen Kopfhörern vor zu viel Natur- und Umwelteindrücken geschützt.
Die Etappe selbst fiel gegen den zwei letzten natürlich auch wegen des bedeckten Himmels deutlich ab. Die großen, beeindruckenden Gebirgszüge hatten wir nun auch im Rücken, da es ab jetzt Richtung Norden ging. 19 km meist sehr schön aussichtsreich über Hochgebirgs-Heidelandschaft, eigentlich fast immer aus dem ‚Gemüse‘ draußen. Um den unerfahrenen Massen nicht zu gefährliche Verhältnissen auszusetzen, lief man hier wieder kilometerweit über Plankenwege – die zwei Tage zuvor musste man immer mal die beste Route durch die Matsche finden.
Das Ziel war allerdings eine beeindruckende Bergankunft, nachdem wir uns die 19 km schon um drei reingezogen hatten. Kühn auf einem Pass liegt auf einer Höhe von fast 1050 Metern die Fjällstation Blåhammaren. Darunter breitet sich schon das ‚Unterland‘ aus und man hat einen wunderbaren Panoramablick auf gefühlt die ganze Welt.
Trotz dass es sich um eine Fjällstation mit Dusche und Lichtschalter handelt, ist Blåhammaren doch etwas kleiner und gemütlicher als Sylarna. Man rückt zusammen und kommt ins Gespräch. Zusammen mit der Lage also eine echte Empfehlung!

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