Feucht-fröhliche Talpartie

Eichstätt – Treuchtlingen 47 km

Das Wetter zeigte sich am Morgen von einer ähnlichen Seite wie es gestern Abend geendet hatte: unfreundlich und bisweilen nass. Wir ließen es daher ganz langsam angehen, schliefen lang (nach wirklich erholsamer ruhiger Nacht), frühstückten lang und als dann alles bereit war zur Abfahrt durchs Altmühltal, hielt uns ein erneuter Schauer nochmals vom Starten ab.

Zum Glück nur ein kurzer Schauer. Wir starteten und schon auf den ersten Metern konnte man erahnen,, dass man in einem sehr schönen Stückchen Gegend gelandet war: ein friedlich dahinfließendes Flüsschen, saftig grüne Natur im Talgrund und auf den das Tal einrahmenden Hängen und dazwischen immer wieder pittoreske Ortschaften mit viel Barock an den Fassaden.

Kaum waren wir aus Eichstätt heraus, verdichteten sich erneut wieder die vielen Aprilwetterwolken und ein erneuter Schauer fand seinen Weg nach unten. Wir hatten im richtigen Moment ein breit überkragendes Dach, was uns dieses Mal trocken bleiben ließ. Und zum Glück ein Schauer von kurzer Dauer, sodass es bald weiter ging.

Immer öfter waren jetzt an den Hängen spektakuläre Felsen zu sehen. Der Radweg immer angenehm, entweder Asphalt oder gut geschottert. Also tatsächlich ein so gut wie perfektes Radelerlebnis! Abgesehen davon tatsächlich ein dauerschönes Baden in Landschaft.

Ein wunderschönes Fleckchen Erde, das Altmühltal.

Aber nix war er erst mal wieder mit Sonne dazu. Wieder haufenweise nieder(-schlags-)trächtige Wolken. Und wieder kam es, wie es kommen musste – ein Guss. Dieses Mal hatten wir kein Dach, aber – was war denn hier? Schirme? Ein kleiner Verkaufswagen für Getränke und Snacks stand wie von Zauberhand im richtigen Moment da. Außer uns hatten noch drei leichtbekleidete Mountainbiker (bei denen offenbar Sommer befohlen war), ein Pärchen eher in unserem Alter und ein älteres Paar Zuflucht und Getränk gefunden.

Maria vom „Platz an der Bruck“. Wie von Zauberhand tauchte diese tolle Institution am Wegesrand auf. Wir wurden gut versorgt und haben uns gut amüsiert.

Unter dem Dach des Schäferwagens war es trocken, selbst als der Schauer sich zum ausgewachsenen Gewitter wandelte. Dann riss allerdings eine Bö die Schirme um – die drei Mountainbiker durften sich in den Lieferwagen der von Helmut und Maria, den sehr sympathischen Betreibern dieser Institution – dem Schäferwagen „an der alten Bruck“, verziehen und das Pärchen wurde mit Lieferwagen abgeholt.

Aber wir kamen immer netter ins Gespräch, Kaffee zum Aufwärmen wurde gereicht und irgendwann waren dann auch zwei Grillsteaks vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein in uns verschwunden – wunderbar schmackhaft mit Zwiebeln auf tatsächlich „gescheiter“ Semmel. So ein Kleinod! Und trotz des miesen Wetters so ein nettes Stelldichein.

Hatte es eine ganze Weile gedauert, bis dieser Regenguss durch war – das Warten hatte sich gelohnt. Jetzt riss der Himmel vollständig auf und bescherte uns immerhin noch über eine Stunde war nicht ganz warmes aber doch sonniges Wetter. Knallblauer Himmel über dem schon erwähnten saftigen Grün mit hellgrauen Felsen dazwischen. Man wiederholt sich, es ist aber auch zu schön!

Wir kamen bald nach Treuchtlingen. Kurz zuvor ließ die Dramatik der Landschaft etwas nach, das soll wohl auch der schönste Abschnitt des Altmühltals sein, was durchaus glaubhaft ist. Wir nahmen den Zug nach Eichstätt zurück. Hier hatten wir wieder etwas Glück, die Sonne kam nach erneuter Schüttung nocheinmal heraus und erlaubte uns ein paar strahlende Fotos der hellen Barockfassaden. In einem kroatischen Restaurant aßen wir sehr sympathisch bedient gut zu Abend. Wir bleiben heute Nacht nocheinmal hier und fahren morgen motorisiert Richtung Bamberg weiter.

Eichstätt. Ein bisschen Sonne zur Fassadenbeleuchtung war uns vergönnt.
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Ein Gedanke zu „Feucht-fröhliche Talpartie

  1. Regine Ankermann

    Guten Morgen ihr Zwei, Ja, das Wetter hat schon einen sehr großen Einfluss auf die Abläufe des Tages. Wir sind gestern genau richtig draußen gewesen und haben das Mittagessen, mit Jörg und Iris, gerade noch in der Sonne verspeisen können, um dann zum Nachtisch unter das Schopfdach zu sitzen. Geschützt vom Wind und den ersten Tropfen. Anschließend regnete es ohne Unterlass. Es soll so wechselhaft bleiben, aber eure Laune ist ja unerschütterlich. Bamberg kenne ich aus früheren Tagen, beeindruckende Sakralbauten. Wünsche euch eine gute Zeit Regine und Harald

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