Spätwinter.

Délemont – Bellelay – La-Chaux-de-Fonds

72 km

Heute stiegen wir dem Jura gehörig aufs Dach. Deswegen die eher unscheinbare Kilometerzahl, die Höhenmeter sollten sich dafür gehörig aufsummieren.

Von Délemont aus begleitete uns das kleine Flüsschen Zorn. Zwar eher vom Charakter ein Rinnsal hat sich dieses Flüsschen im oberen Bereich doch tief in die Landschaft eingeschnitten und die Gorges du Pichoux erstellt. Glücklicherweise hat man irgendwann ein Sträßchen entlang dieses Wässerchen gebaut und kann so durch eine sehr beeindruckende Schlucht-Szenerie radeln.

Tunnel

In den Gorges du Pichoux. Vor dem ersten Tunnel der Radtour: Lampen raus! War allerdings nur ein Baby-Tunnel.

Rollte man zunächst noch ganz gemütlich ansteigend, so zeigte der Ausgang der Schlucht steigungsmäßig doch seine Zähne, und – nein, Graham, kein Downhill jetzt – fehlten noch einmal 300 Höhenmeter bis man das sanfte Gewell der jurassischen Hochebene erreicht hatte. Die Sonne machte sich sehr rar heute, allerdings waren die Temperaturen für solch schweißtreibendes Hinaufgeradel sehr angenehm.

Gerade pünktlich zur Beendigung des höhentechnischen Vormittagsjobs fing es leicht an zu regnen. Aber ergibt sich das nicht immer wunderbar? Sofort war ein größerer Ort vorhanden, wo zuvor stundenlang eher so gar nichts an Infrastruktur vorhanden war. Und da es kurz vor 12 Uhr war, beschlossen wir in Bellelay im Hotel de l’Ours – einem ehrwürdigen Gemäuer zurückdatierend auf das 16. Jahrhundert – das recht preiswerte und sehr gute Mittagsmenü einzunehmen.

Nach dieser Pause hatte es fast schon wieder aufgehört zu regnen. Aber hallo, ordentlich abgekühlt hatte es. Die Temperatur war im deutlich einstelligen Bereich. Das Regenzeug war meine Person betreffend sogar beim Berghinaufradeln eher förderlich.

Weiter ging es über sanftes Juragewell, an lauschigen Höfen mit vielen Pferden und putzigen Fohlen. Man liebt das Pferd hier, offensichtlich. Das Wetter hielt. Irgendwann fiel sogar das Regenzeug wieder, aber eigentlich war die kurze Hose für solch einen Spätwinter nicht wirklich das geeignete Beinkleidungsstück. Ich blieb dennoch über lange Strecken standhaft.

 

Deutlich schneebefleckt, die Gegenüberseite.

Deutlich schneebefleckt, die Gegenüberseite.

Eine weitere deutliche Bergwertung zum Mont Soleil stand noch aus. In der Karte war sie mit dreifachem Steigungspfeil vermerkt und der Leidensfaktor passte zu dieser Markierung. Wir wurde allerdings belohnt: es gab doch kurze Momente, in der die Sonne die schneebefleckten Hänge von gegenüber beleuchtete. Und das beste waren die wilden Osterglocken: der ganze Hügel war davon übersät – so weit das Auge reichte. Überall gelbe Punkte, die in der Ferne zu großen gelben Flecken verschmolzen. Wunderschön.

Osterglocken

Alles voller wilder Osterglocken. Sagenhaft!

Nach weiteren 17 km kalten Hochebenengewells hatten wir dann aber genug. Knapp 1100 Höhenmeter sind ja auch eine ordentliche Portion, deswegen suchten wir in La-Chaux-de-Fonds eine Unterkunft, die wir auch recht schnell fanden. OK, deutlich teurer als die Jugendherberge gestern, aber kann was. Prima WLAN zum Beispiel.

Übernachtung: Hotel Chez Gilles

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