Kontrast.

La-Chaux-de-Fonds – Gorges de l’Areuse – Yverdon-les-Bains – La Sarraz

95 km

Heute morgen hat es uns kalt erwischt. Ganz kalt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Der initiale Blick aus dem Fenster verhieß nichts gutes: Nass. Auch nach dem Frühstück hatte sich an dieser wettermäßigen Situation aber auch gar nichts geändert und wir legten die ganze Regenrüstung auf.

Das gute an diesen einstelligen Temperaturen war allerdings die Tatsache, dass man selbst im strengen Uphill nicht die hitzestauausgelöste Vollkrise kriegt – bei 6 ° C lässt es sich fast wunderbar in voller Regenmontur Jurahügel hinaufklettern.

Und nachdem die ersten Schwierigkeiten überwunden waren, die uns La-Chaux-de-Fonds bezüglich des Hinausfindens stellte (wie kann man nur Wohngebiete planen, die einen einzigen Ein- und Ausgang am Hügelfuß haben) und dann auch noch schlussendlich nicht leere Akkus für das GPS gefunden waren, hatten wir einen wenn auch holprigen doch entschlossenen Start. Der uns zunächst wieder ganz schön auf die Höhe führte. Gewisse Teilnehmer erwarteten nicht mehr so viel Gekletter und der Maulfaktor war zeitweise etwas spürbar.

brrrr

Brrrr….

Nach geraumer Zeit und hügelbedingt wenig Kilometern fing es darüberhinaus noch richtig an zu regnen, war es bis dorthin nur fieses Geniesel gewesen. Im Bahnhofscafé von Les-Ponts-de-Martel wurde deswegen spontan die Tourenstrategie gewechselt – versprach die Wettervorhersage doch weitaus mildere und trockenere Verhältnisse im Tal.

Von dort hatte man einen unproblematischen Übergang in das Tal der Areuse nach Neuchâtel. OK, ein Triple-Steigungspfeil war auf der Karte verzeichnet, was ich ja kaum glauben konnte, bis ich selbst maulend davor stand. Gut, das Tal ist an dieser Stelle extrem eng, und das bescherte uns nach dieser initialen ‚Wand‘ wunderschöne Bergab-Kilometer durch eine Schlucht, die diesen Namen absolut verdient hatte. Garniert von üppig frischstem Grün zahlreicher Buchen, die dort heimisch waren.

Gorges de lareuse

In den Gorges de l’Areuse. Wunderschön dort! Aber man sollte diese von oben befahren – sacksteil.

Fast am Lac de Neuchâtel angelangt, verringerte sich die Teilnehmerzahl auf zwei, Stefan schlug die nördliche Richtung ein, um von Neuchâtel mit dem Zug nach Hause zu fahren. Wir rollten nach Süden weiter.

Wir hatten nun eine andere Radroute – wie immer gut beschildert und zunächst in Ausssichtsbalkonhöhe über dem Lac – auch das wieder sehr schön. Eine Viehauktion fand am Wegesrand statt und eine beeindruckende Anzahl prächtiger Rinder stand mit dem Hintern zu uns aufgereiht und wartete darauf, verschachert zu werden. Der Sound des schnell sprechenden Auktionators – ein Erlebnis.

Viehauktion

Viehauktion. Was geboten hier!

Immer näher kamen wir dem See auf angenehmer Radroute. Problemlos rollerten wir durch Yverdon-les-Bains und waren ab dort wieder auf einer nationalen Veloroute. Selbst eine Umleitung war vorbildlich ausgeschildert.

Schilder

Umleitungsbeschilderung – an jeder Abbiegung!

Und gegen Abend kam tatsächlich immer mehr die Sonne heraus. Die Temperaturen waren ja schon zuvor auf Seehöhe wieder deutlich mehr radtourengeeignet gewesen. Fast einen Hauch mediterraner Luft meinte man wahrzunehmen, aber vermutlich verursachte das nur der heftige Kontrast, den wir heute erfuhren.

Gegen halb sieben erreichten wir La Sarraz, ein Ort zwischen dem Neuchateler und dem Genfer See mit einer nett anzuschauenden Burg und einem Hotel. Von außen arg ermüdet wirkend, ist das Zimmer dennoch sehr gut und seinen Preis wert. Im Schwimmbadrestaurant, was sich als richtig gutes Restaurant herausstellte, gab es das verdiente und wieder gute Abendessen.

Übernachtung: Hotel de la Croix Blanche

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