Fleißig.

La Sarraz – Nyon – Genf – Saint-Blaise

99 km

Tolles Wetter. Hart gearbeitet. Alle möglichen Verkehrssituationen heute auf dem Programm.

Der Start in den Tag war wunderbar. Blauer Himmel, Sonne pur. Und ein recht frischer Wind aus nordöstlicher Richtung, glücklicherweise exakt zu unserer Reiserichtung passend. Das leichte lauschige Gehügel im Hinterland des Genfer Sees wurde also mit gut Schub durch den Wind unterstützt. Und die Downhills wieder reines Lustgeroll.

LaSarraz

In La Sarraz beim Start heute früh. Lauter so schöne Dörfer am Weg heute früh.

Zunächst folgten wir der Radroute 63 bis nach Nyon. Putzige Dörfer, sanfte Hügel mit kräftig gelben Flecken – der Raps steht dort gerade in voller Blüte. Auch diese Veloroutewar wieder exzellent beschildert und führte extrem verkehrsarm gen Westen. OK, Sonntag früh waren die Autofahrer auch noch nicht wirklich wach. Und bemerkenswert viele (Renn-)Radler unterwegs, die dann ja alle nicht in ihren Automobilen saßen.

In Nyon waren wir zur Mittagszeit nach dem wir schon fleißig über 50 km gesammelt hatten. Die hohen Preise akzeptierend enterten wir die Auberge du Château und erhielten aber auch eine gute Pizza für die gefühlten Millionen. Aber in einer Gegend, wo das Drittauto immer noch ein Porsche zu sein scheint, sollte man nicht allzuviel Zeit damit verbringen, den einen oder anderen Franken sparen zu wollen.

Nyon

In Nyon am gleichnamigen Château. Schon schön.

Danach ging es weiter auf Veloroute 1 nach Genf. Bis kurz vor Genf verläuft auch diese sehr schön ruhig, bis man sich dort auch den Realitäten stellen muss. Gut, wenigstens ein breiter Radweg führt einen entlang der gefühlten Autobahn ins Stadtzentrum

Dort war ein vierspuriger Boulevard direkt an der Promenade offensichtlich genau für uns gesperrt worden – so eine große Straße und keinerlei motorisierter Verkehr! Allerdings fielen die Motorisierten wenige Minuten, nachdem wir die Pausenposition auf der Promenade eingenommen hatten, wieder in erwarteter Dichte ein. Heute war offensichtlich Marathon in Genf und wir waren genau zum Ende der Absperrung in die Stadt hinein gefahren.

Genf

In Genf auf autofreiem vierspurigen Boulevard. Zu viel der Ehre, die man uns erwies…

Aber das Ziel für den heutigen Tag war Frankreich. Um aus der Stadt herauszufinden, hatte ich mir einen Track besorgt. Dummerweise hatte der Urheber dieses Tracks die Route in umgekehrter Richtung befahren und ich fluchte immer wieder über zweispurig entgegenkommende Fahrzeuge aus Einbahnstraßen in der falschen Richtung. Anstrengend.

Irgendwann erreichten wir jedoch einen Grenzübergang. Nun galt es, aus dieser recht üppigen Verkehrssituation herauszufinden. Schnellstraßen, Autobahn, Bahnlinie, alles quirlt sich hier ineinander, die Orientierung ist recht heftig, das dieses ganze Gewirr auf der Karte nicht wirklich aufschlussreich dargestellt ist.

Irgendwann stellte sich dann auch heraus, dass ich eigentlich eine andere Richtung hätte einschlagen wollen und ich davon ausgegangen war, dass der Track mich dort entlang führte. Der Nachteil an der real verfolgten Route war die Größe der Straße – es handelt sich hier um die Landstraße nach Annecy und um den doch recht nervigen Sonntagabend – Ausflügler – Heimfahrverkehr. OK, die Straße war breit genug. Die zweite Tatsache, die nicht ganz optimal war: es ging – wenn auch recht gemächlich, so doch dauernd bergauf.

Schon nach 18:00 erreichten wir ein Dorf, das von der Größe eigentlich Beherbergungsmöglichkeiten bieten sollte. Dachten wir. Man empfahl uns, quasi zurück zu fahren, nein danke. Die andere Alternative sollte sich 5 km weiter bergauf bieten.

Und tatsächlich erreichten wir eine Passhöhe mit veritablem Pass-Schild und ein Hotel direkt dort. Die extrem freundliche Chefin des Hotel de Rey machte uns ein gutes Angebot mit Essen und allem dabei und so war die Entscheidung sehr schnell gefällt. Von außen etwas unscheinbar wirkend entpuppte sich das Hotel innen als ganz hervorragend. Das hatten wir uns aber auch verdient, habe wir heute doch fast 1300 Höhenmeter zusammengesammelt!

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