Übergang

Anreise zum Kurzurlaub in den Bregenzerwald

Welch ideale kalendarische Lage der diesjährige ‚Tag der deutschen Einheit‘ hat! Nichts wie einen herbstlichen Kurzurlaub organisiert. Und auch die räumliche Lage des Bregenzerwaldes bietet sich für eine solche Aktion an – ist doch dieses schöne schon recht ansehnlich alpine Gebiet gleich um die Ecke des heimischen Bodensees.

Um die Ecke bedeutet aber auch, dass man das Ziel mit einer kurzen Tagesetappe per Rad erreichen kann und doch schon sehr schöne Bergsträßchen dorthin führen. Das Gepäck durfte zusammen mit der restlichen Reisegruppe Auto fahren und so konnte eine leichtfüßige Hügeltour mit dem schnellen weißen Speedy durchgeführt werden.

DSCN0468

Noch trüb und grau am See.

Die Flachetappe bis zur östlichen Kurve des Bodensees war allerdings noch vom im Herbst hier üblichen Hochnebel geprägt. Ziemlich kühl, grau, leicht feucht – ich hoffte auf mehr Sonne mit wachsender Entfernung vom See. Was allerdings in Bregenz noch nicht wirklich anstand: der Blick in die Hügel, die von dort steil nach oben wachsen, verhieß direkten Eintritt in die Wolkensuppe. Uh.

Es traf sich daher ganz gut, dass die Radlerin um die Mittagszeit vom Hunger in einen sehr ordentlich wirkenden Döner-Imbiss in Bregenz Downtown getrieben wurde. Die halbe Stunde reichte tatsächlich aus, um buchstäblich Licht ins Dunkel zu bringen. Kaum standen die ersten Aufschwünge aus dem Tal der Bregenzer Ach an, rissen die Wolken auf und eine Klamottenschicht musste vom Radler entfernt werden.

Das erste Bergauf-Stück führte mich nach Buch. Lustigerweise auch der Name meines Wohnorts, allerdings ist es von Buch nach Buch ein gutes Stück Arbeit. Gut 35 km Flachetappe und die ersten 6 km bergauf, die einen ca. 300 m in die Höhe führen. Allerdings auf wunderbar ruhiger Nebenstrecke: friedlich darf man gemächlich die mäßige Steigung hinaufkurbeln. Ab und zu lässt der Wald einen Blick nach unten in die wildromantische Schlucht der Bregenzer Ach zu.

DSCN0474

Auf der Hochebene bei Buch angekommen – die erste weite Aussicht.

Auf der Höhe angekommen, führt ein angenehmes leichtes Auf und Ab nach Alberschwende direkt auf den Dorfplatz, wo an der mächtigen Dorflinde mit Bank rundherum eine Pause quasi eingelegt werden muss. Schöne alte Wirtshäuser mit schnitzereiverzierten Schindelfassaden laden ein. Das Idyll wäre perfekt, wenn die Autos nicht den Platz um die Linde herum fast komplett voll parken würden – aber so ist das eben leider fast überall heutzutage.

Danach hat man entweder die Wahl zwischen viel Verkehr und ziemlich flach oder ziemlich steil aber sehr schön ruhig, über den Lorenapass. Selbstverständlich wurde die Herausforderung angenommen und dieser anstrengende aber auch sehr schöne Übergang wieder in das Tal der Bregenzer Ach zurück gewählt. Ich hätte diesen kleinen aber merklichen Pass schon vor fünf Jahren einmal erklommen, damals aber mit Trekkingrad und Rentnerritzel. Mit der deutlich längeren kleinsten Rennradübersetzung meines Speedy hatte ich ja so meine Befürchtungen…

Einige Rampen auf dieser Strecke – naja, eigentlich der überwiegende Teil sind denn auch so steil, dass ich das eben so noch getreten bekomme, oder, wie der Süddeutsche sagt – verdappt. Wenige Meter der Passhöhe fährt man in ein Stückchen Wald hinein und diese letzten Meter werden gefühlt noch einmal ein wenig steiler. Kurz bevor einem jedoch gleichzeitig Kopf und Knie explodieren, ist man im Wald auf der Passhöhe angekommen, die recht unscheinbar auf einem Wanderwegweiser angezeigt wird.

DSCN0479

Passschild des Lorenapasses. Ein etwas unspektakulärer Wanderwegweiser.

DSCN0477

Speedy war da.

Auf der anderen Seite dann eher noch steiler geht es hinab nach Schwarzenberg. Hinterhältigerweise muss man aber noch einmal aus einem Bachtobel hinaufkurbeln, bevor es endlich in den Talgrund des Bregenzerwalds hinunter geht.

DSCN0484

Achtung, entgegenkommende Kuhtruppe!

DSCN0491

Schnepfau. Angekommen.

Dort legte ich die letzten Kilometer bis nach Schnepfau, wo unsere gemietete Ferienwohnung mit der restlichen Reisegruppe auf mich warteten, auf erstklassiger Radlertrasse zurück: schöner Rollasphalt neben der Straße oder auf alten Trassen ein wenig abseits der Hauptstraße, super beschildert und angenehm flach. Nur einmal wurde ich von einer Truppe mir entgegenkommender attraktiver Wälderkühe auf dem Heimweg zum Stall aufgehalten – diese nahmen natürlich auch nicht die Hauptstraße! Eine wunderschöne Tour.

GPSies - Bodensee - Lorena - Schnepfau

Advertisements

7 Gedanken zu „Übergang

  1. offlinus

    Hallo Radlerin bzw. Radler,
    obwohl ich Deinen Beitrag zum Tag der deutschen Arbeit gerne gelesen habe, muss ich leider doch Kritik üben: Du verwendest definitiv viel zu viele Passiv-Konstruktionen in Deiner Schreibe. So klingt das Ganze leicht geschwurbelt. Oder hast Du Deinen Schreibstil dem Passstraßen-Hochgekurbel angepasst? Viele Umdrehungen für wenig Strecke?
    Außerdem solltest Du Dir mal ernsthafte Gedanken über Deine Geschlechtszuordnung machen. Innerhalb eines Absatzes bezeichnest Du Dich erst als „Radlerin“ und dann als „Radler“. Was denn nun? Oder ging es nur um die Verwirrung des geneigten Lesers?
    Dennoch: insgesamt ein netter Bericht.
    Viele Grüße!

    Antwort
    1. dagmarb Autor

      Man kann ja durchaus nicht behaupten, dass der Herr offlinus die Beitrge nicht genau lse. Gewisse stilistische Freiheiten sind m. E. zulssig und sollen fr einen lebendigen Textfluss sorgen. Die Radlerin ist schlielich nur eine Spezialisierung des Allgemeinbegriffs ‚Radler‘. Prgnantes eindeutiges Ingenieursdeutsch haben wir sonst schon genug… Letztlich verneige ich mich jedoch fr das sehr wohlwollende Gesamturteil 🙂

      Mit freundlichen Gren vom Bodensee

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s