Deutsch-deutsch unterwegs

Es ging mal wieder los. Dieses Mal sehr exotisch, mit den Liegerädern entlang der ehemaligen Deutsch-deutschen Grenze. Wir werden nicht den zugehörigen Radweg, den Iron Curtain Trail in jeder Schleife und Ausstülpung nachbuchstabieren, aber das Ziel ist die Ostsee, der Start in Hof.

Dorthin mussten wir erstmal gelangen. Die Bahnverbindung von Friedrichshafen ist zur Zeit in fast alle Richtungen schwierig, weil unsere einzige leistungsfähige Verbindung zu konkurrenzfähig schnell fahrenden Zügen gerade wegen der Elektrifizierung der Strecke unterbrochen ist. Und Schienenersatzverkehr ist nun mal nicht mit Fahrrädern.

Daher rollten wir gemütlich mit dem Alex durchs Allgäu. Nicht so gemütlich war das sehr knappe Umsteigen in Lindau. Aber nichts gegen das, was uns in München erwartete. Völlig aussichtslos scheinende drei Minuten, um von Gleis 35 auf 15 zu kommen in einem Bahnhof, in dem Millionen Menschen kreuz und quer unterwegs waren. Wir rannten, brüllten uns die Bahn frei und schafften es tatsächlich in letzter Sekunde, den Zug noch zu erwischen.

Nach einem weiteren eiligen Umstieg in Bamberg musste einem kurzen Eklat aus dem Weg gegangen werden, da die Abstellzone für die Fahrräder von einer wenig kooperativen ärmlich wirkenden Familie mit einer unüberschaubaren Anzahl lärmender Kinder in Beschlag genommen war. Die keifende Kampfmutter hätte wohl am liebsten eine Prügelei mit mir angefangen, als ich versuchte, zumindest eine Seite der Zone zum Abstellen der Räder zu verhandeln. Swen entschärfte die Situation, indem wir ein Plätzchen auf der anderen Seite des Durchgangs fanden. Sehr eng zwar, aber die unerfreuliche Kommunikation mit der Kinderkämpferin konnte abrupt beendet werden. Danach begann auf kurviger Strecke durch Main- und Saaletal der Urlaub.

Am Start mit unseren Wölfen

Das Hotel Burghof war direkt am Bahnhof gelegen. Eine messingglänzende Schönheit in stolzer Gründerzeitfassade. Drei Häuser weiter kredenzte uns das Ristorante La Storia eine Pizza Atomica, Die Ausmaße waren aber alles andere als atomklein, sondern wir wurden zu zweit gut von einer satt.

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2 Gedanken zu „Deutsch-deutsch unterwegs

  1. nebenzimmernotizen

    Liebe Dagmar, wir sehen die Brülldagi durch den Bahnhof sicheln und Knorpelschäden an Knöcheln unschuldiger Bahnfahrer anrichten. Swen schleicht, sich bücklings allseitig entschuldigend, hinterher und schämt sich fremd für seine Zukünftige, die schließlich im Zug auch noch fast ein Massaker an einer unterprivilegierten Mutterverdienstkreuzträgerin begeht. Soviel zum Wahrheitsgehalt deiner stilistisch brillanten Geschichte. Wir freuen uns auf weiteres Geflunker! Herzliche Grüße an dich und den armen, armen Swen! Die Heimatsträßler

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    Antwort

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