Im Wind

S’Gravenzande – Hoek van Holland – Rockanje – Stellendam – Renesse 65 km

Der herzliche Empfang von gestern abend setzte sich mit einem ebenso herzlichen und reichhaltigen Frühstück fort. Gemütlich plaudernd saßen wir mit unseren Gastgebern am großen Esstisch.

Daher wurde es wieder etwas später. Dennoch legten wir eine kleine Shoppingrunde ein, Handschuhe und Dichtmilch hatten gefehlt. Deswegen wurde es nach elf Uhr, als wir endlich den richtigen Pier in Hoek van Holland gefunden hatten. Der nächste Katamaran auf die andere Seite fuhr denn auch erst nach 12. So verbummelt sich schon mal ein halber Tag.

Die Überfahrt war allerdings schon mal das erste Highlight des Tages. Der „Schaffner“ Barry nutzte die Überfahrt als Bühne und präsentierte uns eine unterhaltsame Show. Er parlierte mit allen anwesenden Nationen in den jeweiligen Landessprachen ein paar Worte und erfand für jeden ein neues Tarifsystem. Außerdem zeigt er uns faul auf der Sandbank liegende Seehunde, für die er auch gleich Gebühren kassieren wollte.

Bester Fährechef ever. Was für ein Vergnügen.

Einige Kilometer mussten wir Hafengebiet durchqueren, nach denen wir wieder wie als hätte man das Programm umgeschaltet in die Natur einbiegen konnten. Heute war nur noch ein wenig Dünenprogramm wie die letzten Tage. Unsere Route führte ein wenig durchs Landesinnere, wo anheimelnder Mischwaldbestand sich abwechselte mit dörflich-landwirtschaftlichen Ecken. Hühner liefen uns nicht nur einmal über den Weg. Von Automobilen im wesentlichen weit und breit weder etwas zu hören noch zu sehen, beinahe unwirklich mutete das bisweilen an.

Landidyll, gleich hinterm Deich

Der Wind hatte inzwischen gut zugelegt. Zum Glück war unsere Richtung meistens günstig, wir hatte aber auch Abschnitte mit Seiten- oder gar Gegenwind. Mit ordentlicher Kraft blies er uns dann entgegen, und wir waren um jede Kurve froh, mit der wir wieder eine etwas günstigere Richtung einschlugen.

Die Sonne war aber wieder nachhaltig zugegen. Deswegen musste zumindest ein kurzer Strandaufenthalt sein. Im Windschatten war es sogar richtig angenehm, Swen traute sich tatsächlich, kurz in die deutliche Brandung einzutauchen. Mir zog es zu gewaltig.

Am Strand. Schon schön, aber sehr zugig.

Ein Stückchen weiter war mitten auf dem Verbindungsdamm zweier Halbinseln eine Insel mit Strand und -Restaurant. Viele Kitesurfer waren offensichtlich begeistert über die Windverhältnisse. Die Terrasse war gut windgeschützt für die nicht kitesurfenden Gäste. Eine großartige Kulisse für zwei Radler, die zwei Radler zu sic nahmen.

Danach huschten wir nur noch ein paar Kilometerchen vor dem Wind her zu unserer Unterkunft. Wir hatten Mietzelt, ein sog. Glampingzelt auf einem schönen Campingplatz gemietet. Ein beeindruckend großes Stoffhaus im Safari-Stil, allerdings außer Enten und Karpfen im Campingteich keinerlei wilde Tiere rundherum. Mit Bett, Licht und Radiator, was auch den legendär höchsten Camping-Übernachtungspreis meines bisherigen Lebens rechtfertigt.

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